Amazon Seller werden: Checkliste für den Start

Um als Amazon-Seller tätig zu werden sind einige Schritte notwendig. Mit unserer Checkliste für den Start kannst du dir einen Überblick verschaffen.

Amazon ist mit mehr als 50 % Umsatzanteilen am deutschen E-Commerce der größte Marktplatz, auf dem Dritthändler ihre Waren anbieten können. Millionen von Kunden suchen täglich nach so ziemlich allen erdenklichen Gegenständen. Von Lebensmitteln, über alltägliche Gegenstände bis hin zu Elektrogroßgeräten gibt es auf Amazon so ziemlich alles. Aber nicht nur das Angebot hat Amazon so erfolgreich gemacht, sondern auch das große Kundenvertrauen.

Amazon hat sich auf die Fahne geschrieben, das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu werden und befindet sich mit seinen kulanten Rückgabebedingungen, kostenlosem Prime Versand und exzellentem Support auf einem sehr guten Weg dahin. Für Kunden ist Amazon also die Anlaufstelle Nummer Eins, wodurch auch viele Onlinehändler angezogen werden, die mit Amazon ihr eigenes Unternehmen gründen oder bestehende Produkte über den Marktplatz anbieten.

Doch der Verkauf von Produkten über eine eigene Marke ist mit vielen Schritten verbunden, die zum Teil an bürokratische Voraussetzungen gebunden sind. Für Anfänger ist es daher oft schwierig, den Überblick zu behalten und die Schritte in der richtigen Reihenfolge durchzugehen. Schwer sind die einzelnen Aufgaben zwar nicht, man muss sie aber kennen und sollte sie zur richtigen Zeit erledigen.

Damit es diesbezüglich keine Verwirrungen mehr gibt, wird in diesem Artikel eine Checkliste vorgestellt, in welcher die einzelnen To-dos in ihrer chronologischen Reihenfolge aufgelistet und kurz erklärt werden.

Los geht’s mit den bürokratischen Schritten einer Gründung:

Als Amazon-Händler tätig werden

1. Das Gewerbe anmelden

Das Gewerbe ist die Grundvoraussetzung, um mit der Selbständigkeit zu starten. Die Anmeldung erfolgt online oder vor Ort beim zuständigen Gewerbeamt und kostet zwischen 15 und 65 €. Es handelt sich hierbei um einseitiges Formular, in dem Fragen zur Person und zur Geschäftstätigkeit gestellt werden. Nach der Gewerbeanmeldung kann man direkt zum Finanzamt gehen und den Bogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.

2. Steuerliche Erfassung

Da man als Gewerbetreibender für seine Steuern verantwortlich ist, braucht man eine Steuernummer und im Fall von Amazon bzw. E-Commerce auch eine Umsatzsteuer ID. Beide Nummern erhält man, nachdem man den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt hat. Dort wird auch gefragt, ob man von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte. Da man jedoch Waren einkauft, importiert und über Amazon anbietet, macht das aus verschiedenen Gründen wenig Sinn.

3. Geschäftskonto einrichten

Ein Geschäftskonto ist nicht verpflichtend, sollte aber unbedingt eingerichtet werden. So behält man seine Finanzen im Überblick, sieht die Entwicklung seiner Einnahmen und erleichtert dem Steuerberater später unglaublich viel Arbeit. Im E-Commerce sind Online-Banken wie N26 wahrscheinlich die beste Wahl, da die Kosten bei größerem Funktionsumfang deutlich niedriger sind (teilweise sogar kostenlos).

4. Kredit- oder Debitkarte beantragen

Für die Anmeldung auf Amazon, aber auch für Zahlungen im B2B-Bereich, braucht man eine Kredit- bzw. Debitkarte (VISA, Mastercard, AMEX etc.). Diese kann meist bei der gewählten Online-Bank oder einem externen Dienstleister, z.B. AMEX bestellt werden. Die Vorteile einer Kreditkarte sind, dass man ein verlängertes Zahlungsziel von 30 oder sogar 60 Tagen hat, während eine Debitkarte das Geld direkt vom Konto abzieht.

5. EORI Nummer beantragen

Die EORI Nr. ist eine Identifikationsnummer für den Zoll, anhand derer geschäftliche Importe dem Empfänger zugeordnet werden können. Da man bei Amazon FBA vermutlich Waren aus einem Drittland importiert, braucht man unbedingt eine gültige EORI Nr. Dafür muss folgendes Formular ausgefüllt (0870a) und an a[email protected] geschickt werden.

6. Marke anmelden

Dieser Schritt erfolgt vermutlich erst, wenn man schon weiß, was man auf Amazon verkaufen möchte. Sobald man sich über seinen Markennamen im Klaren ist, sollte man diesen beim DPMA anmelden, also schützen. Das ist erforderlich, um seine Marke rechtlich abzusichern und von vielen exklusiven Markenvorteilen auf Amazon zu profitieren. Wie man eine Marke registriert, wird auf dem Kanal von Patentanwalt Rolf Claessen erklärt. Die Kosten liegen bei 290 €.

7. Bei Amazon registrieren

Die Registrierung im Seller Central ist kostenlos und in wenigen Schritten erledigt. Man braucht eine gültige Kreditkarte, seine Umsatzsteuer ID, gültige Ausweisdokumente und eine Kopie der Gewerbeanmeldung. Sobald die Marke im deutschen Markenregister eingetragen ist, muss man sich zusätzlich bei der Amazon Brandregistry anmelden, wo alle Themen rund um eingetragene Marken verwaltet werden.

8. Rechnungstool einrichten

Als Gewerbetreibender muss jede Zahlung (Umsatz und Ausgaben) dokumentiert werden. Das geschieht anhand von Rechnungen, die man seinen Kunden schreibt. Da es zu aufwendig wäre, für jeden Verkauf eine eigene Rechnung zu schreiben, wird in der Regel ein Rechnungstool für den automatischen Rechnungsversand genutzt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, nämlich ein externes Tool wie Easybill oder den Amazon Rechnungsservice.

Wichtige Aufgaben vor der Produktbestellung

Bevor man auf Herstellersuche geht und Samples bestellt, muss ein Produkt auf Patente und geltende Zertifikate (Sicherheitsrichtlinien) geprüft werden.

1. Patente

Wer etwas Technisches erfindet, kann darauf ein Patent anmelden. Das gilt natürlich für einen selbst, sofern man das Kapital und eine neuartige Produktidee hat. Bedient man sich jedoch anderen Produkten, die man nur leicht modifiziert, besteht das Risiko, ein existierendes Patent zu verletzen.

Daher sollte man vor der Herstellersuche immer eine kurze Patentrecherche durchführen, indem man sein Produkt auf Google Patents sucht und ähnliche Produkte anderer Hersteller überprüft (gibt es ein Patent, wird in der Regel damit geworben).

2. Zertifikate

Produkte innerhalb der EU unterliegen bestimmten Anforderungen an die Produktsicherheit. Durch Zertifikate wird festgestellt, ob ein Produkt seinen individuellen Anforderungen entspricht. Die wichtigsten Richtlinien für nicht elektronische Alltagsprodukte sind: REACH (gilt für alles), LFGB (Lebensmittel- und Futtergesetzbuch), CE (Produkte mit Normen oder Standards) und FSC (Holzprodukte).

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